600 Jahre Schreiersgrün11. Juni 2013

 

600 Jahre Schreiersgrün

 

Nach ca. 1 ½ Jahren Vorbereitung war es am Freitag, dem 17. Mai endlich soweit: Das Jubiläumsfest anlässlich 600 Jahre Schreiersgrün startete mit der Festveranstaltung, zu der viele interessierte Bürgerinnen und Bürger aber natürlich auch geladene Gäste erschienen. In einer kurzen Ansprache begrüßte OR Frank Walther alle Gäste und wurden im Anschluss  von Ortschronist, Dr. Lothar Trampau zu einem kurzen Ausflug in die Schreiersgrüner Chronik entführt. Weiter folgten viele Grußwörter, u. a. von MdL Jürgen Petzold und MdB Robert Hochbaum, Anneliese Ring als Vertreterin des Vogtlandkreises, aber auch unser Alt-Bürgermeister, Herr Volker Mieth überbrachte seine Glückwünsche sowie alle Ortschaftsräte der umliegenden Gemeinden. Für unsere erkrankte Bürgermeisterin, Frau Andrea Jedzig machte sich der stellvertretende Bürgermeister, Herr Manfred Puschmann auf nach Schreiersgrün. Es war eine unvergessliche Veranstaltung, zu deren Gelingen natürlich auch Herr Ebert  und Herr Hannemann von der Musikschule Vogtland in Auerbach mit beigetragen haben. Am wohl weitesten angereist war unser Gast Klaus-Dieter Seifert aus Dörzbach /BaWü, der in Schreiersgrün geboren und aufgewachsen war, aber später mit seinen Eltern und seinem Bruder in die damalige BRD übersiedelte. Er fühlt sich mit seinem Heimatort nach wie vor sehr verbunden und hat als Zeichen dafür das wohl älteste Foto von Schreiersgrün dem Schreiesgrüner Dorfverein e. V. für den Vereinsraum übergeben. Des Weiteren schenkte er dem Verein ein von ihm eigens herausgebrachte Buch mit Original-Postkarten von Schreiersgrün, eine absolute Rarität. Der Schreiersgrüner Dorfverein e. V. war sehr erfreut über diese Schenkungen und bedankte sich auf´s Herzlichste bei Klaus-Dieter. OR Frank Walther dankte allen Gratulanten für ihre Glückwünsche und Geschenke und vor allem aber für Ihr Kommen und wurde zur Eröffnung der Festtage von  Gastwirt Steffen Stranz zum Faßanstich gebeten. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten gab es dennoch Freibier.

Gleich im Anschluss ging man zu einer lockeren Tanzrunde über. Die Disko Kölbel aus Treuen machte Musik für alle und ließ es somit auf der Tanzfläche immer enger werden – bis in die frühen Morgenstunden.  

Am Samstag warteten nun alle auf die Premiere in Schreiersgrün: Das 1. Seifenkistenrennen stand an! Die Organisatoren ließen sich von dem Regen nicht abhalten, alle Aufbauarbeiten und Sicherheitsvorkehrungen vorzunehmen. Und nach und nach konnten von Heike Wunderlich und Ellen Hörl die Anmeldungen entgegengenommen werden, so dass am Ende 19 Fahrer an den Start gingen. Ob Groß ob Klein, alle waren wahnsinnig nervös und konnten es kaum erwarten, die Strecke zu testen. Nach einem Warm up ging es nun an den Start. Diana Heller und Thomas Hörl gaben den Startschuss und Jörg Heller las im Ziel die erreichte Zeit ab, welche dann dem Moderator, Frank Petzold gemeldet wurde. Inzwischen säumten sich viele neugierige Zuschauer die Straße entlang. Nach zwei Durchläufen standen die Sieger fest. Im Festzelt – neben allen Seifenkisten  - wurden dann die Sieger  in der Rennklasse bis 14 Jahre und ab 15 Jahre gekürt.  Bei den Kindern siegte Frederic Müller vom Racing-Team aus Auerbach/Brunn. Bester Schreiersgrüner wurde Jannis Csulits mit dem 3. Platz. Bei den Erwachsenen kamen Manuela und Sven Gräser auf Platz 3 und 2. Christoph Schneider aus Auerswalde bei Chemnitz landete einen überragenden Sieg! Aus den Händen von Diana, Thomas und Frank erhielten alle neben den Glückwünschen auch einen Pokal, eine Urkunde und einen Gutschein. Wie ausgeschrieben wurde auch die originellste Seifenkiste prämiert.  Hierfür wurde vom PS Modellshop Hörl aus Plauen ein Einkaufsgutschein gesponsert. Dieser ging an Robin Grünert, der – wie alle anderen Teilnehmer auch  - mit einem tollen Gefährt an den Start ging. Die Juroren meinten, dass es eine sehr schwere Entscheidung gewesen ist, da alle auf ihre eigene Art und Weise speziell und einzigartig gefertigt waren. Entscheidend war dann die Bauweise im Stil der Seifenkisten. Also auch von dieser Stelle nochmals herzliche Glückwünsche an alle Gewinner und ein herzliches Dankeschön an alle anderen Teilnehmer, die auch alle mit viel Eifer und Spaß an der Sache waren.  

Zeitgleich wurde im ehemaligen Gemeindeamt eine Ausstellung anlässlich „600 Jahre Schreiersgrün“ von OR Frank Walther eröffnet. Mit dabei waren alle Redner, die am selbigen Nachmittag einen Vortrag zu interessanten Themen im angrenzenden Raum der Kirche abhielten. So sprach Gerd Haubold über das Steinmetz-Handwerk, Günter Hallbauer über eine mögliche slawische Siedlung zwischen Loh und Bärenteich und Karl Steiniger über den Plan, dass Schreiersgrün einen Bahnhof bekommen sollte. Unser Ortschronist, Herr Dr. Lothar Trampau sprach zur Entwicklung der Gastronomie und Johannes Seifert, Bruder von Klaus-Dieter Seifert über die Entwicklung der Stickerei in Schreiersgrün. Dr. Lothar Trampau ist gebürtiger Schreiersgrüner, lebt aber seit vielen Jahren in Radebeul, hat sich der Geschichte seines Heimatortes verschrieben und eine sehr umfangreiche Chronik zusammengestellt. Die Vorträge waren so begehrt, dass nicht allen Platz geboten werden konnte. Ihm wie auch allen anderen Rednern möchten wir auf diesem Wege nochmals herzlichst danken, dass sie unser Fest mit ihren Beiträgen so würdevoll mit ausgestalteten. Ebenso gebührt Dank Herrn Jürgen Pflugbeil, der die Ausstellung mit Hilfe von jahrzehntelang gesammeltem Material konzipiert und aufgearbeitet hat.

Gleich im Anschluss ging es auf dem Festplatz mit dem Familienfest weiter. Hierzu wurde Torwandschießen von Tino und Manja angeboten, was die Jungs-Herzen natürlich höher schlugen ließen. Im Zelt, da das Wetter zwar inzwischen trockener geworden war aber immer noch sehr windig gewesen ist, wartete Madlen – mit Unterstützung von Conny – vom gleichnamigen Haarstudio aus Treuen mit ihren tollen Tatoos -. Wer sich gerne schminken lassen wollte, konnte dies bei Ilka Hofmann und ihrem Team vom Haarlekin. Für das Kreative Basteln hatten sich die Erzieherinnen der Kinderkombination „Pfiffikus“ etwas für kleinere und größere Kinder einfallen lassen. Ebenso kreativ konnte man am Bastelstand von Peggy Schulze mit ihrer „Perlenwelt“ sein oder aber auch bei Tabea Wagner beim Bemalen von Ton. Doch das eigentliche Highlight des Nachmittags war unsere Modenschau – wie angekündigt – der besonderen Art. Auch hier waren unsere Erzieherinnen vom Pfiffikus sehr einfallsreich und zeigten (fast) alle Gewerke, Vereine und Geschäfte von Schreiersgrün, was die Kinder mit viel Witz und Charme vortrugen. Vielen Dank auch an dieser Stelle für die tolle Darbietung ebenso wie an alle Akteure, die zu einem gelungenen Familiennachmittag beigetragen haben. Für die musikalische Unterhaltung und Stimmung sorgten die Musiker der Jazz-Band „Six“ aus Plauen.

Doch nicht lange ließen die ersten Gäste für unsere Abendveranstaltung auf sich warten und so füllte sich das Zelt so schnell, dass pünktlich um 20:00 Uhr die Stangengrüner Lausbu´m mit ihrem Programm beginnen konnten. Die Stimmung war von Anfang an bis in die frühen Morgenstunden ununterbrochen spitze, so dass am Sonntag bei vielen die Stimme versagte. Getanzt wurde – auf Grund der gut gefüllten Tanzfläche gleich auf den Bänken.  Und für Jene, die zu dieser Veranstaltung keinen Platz mehr im Zelt fanden, war inzwischen der Wettergott voll und ganz auf unserer Seite und bescherte einen sonnenreichen und auch wärmeren Abend, so dass auch vor dem Zelt man gemütlich mit schunkeln oder einfach nur quatschen konnte.

Am Pfingstsonntag, dem 19. Mai sollte nun die zweite Premiere in Schreiersgrün stattfinden – ein Gottesdienst im Festzelt. Dazu waren viele schon früh auf den Beinen, um den Festgottesdienst mit Pfarrer Becker nicht zu versäumen. Die Kirchgemeinde hatte hierzu selbst alle Mitglieder wie auch interessierte Bürger eingeladen und wurde mit einer regen Teilnahme dafür belohnt. Außerdem hatte Herr Pfarrer Becker den Posaunenchor mitgebracht, welcher dem Gottesdienst trotz Bierzelt einen sehr festlichen Rahmen bot. Auch für jene, die nicht regelmäßig die Kirche besuchen, war gesorgt.  Der Ablauf des Festgottesdienstes wurde in Form eines sehr übersichtlichen Liedblattes auf allen Plätzen verteilt. Am Ende zählte man gut 90 Besucher, was auf jeden Fall für alle ein toller Erfolg gewesen ist. Wir möchten uns auf diesem Wege bei Herrn Pfarrer Becker und seiner Kirchgemeinde bedanken, dass sie sich dafür entschieden haben, das Dankopfer zugunsten des Festes zu spenden!

Am späten Vormittag waren dann so ziemlich alle Schreiersgrüner, aber auch viele aus den umliegenden Gemeinden auf den Beinen, um die letzten Vorbereitungen für den Festumzug zu vollziehen. Stellen des Zuges war dann ab 12:00 in Höhe Fa. Holzkellner, Richtung „Grüne Aue“. Die Straßen säumten sich mit Menschenmassen, wie wir es in Schreiersgrün noch nie erlebt haben. Alle waren sehr gespannt und vor allem bei diesem schönsten Sonnenwetter sehr entspannt. Entlang des Umzuges richtete man Versorgungsstände ein, denn heute war eine Erfrischung auf jeden Fall willkommen. „Nur noch wenige Minuten“ moderierte Petra Nitzsche „bis zum Startschuss des Schreiersgrüner Schützenvereines“, um alle auf den bevorstehenden Böllerschuss aufmerksam zu machen. Nach dem Knall setzte sich dann auch der Zug nach und nach in Bewegung. Natürlich ließen im Dorf die Bilder auf sich warten, aber schließlich ist man 1413 auch nur gelaufen und nicht gefahren. Also hieß es erst mal Geduld haben. Doch dafür wurde man dann reichlich belohnt. Von der Erstbesiedlung über alle Vereine und Gewerke, welche es bereits vor 1945 in Schreiersgrün gegeben hat bis hin zum Leben und Sterben und in die Zukunft unseres Orte wurde geschaut, welcher unter der Regie von Frank Petzold und Holger Hennebach geplant und umgesetzt wurde. Natürlich würde so etwas ohne viele uneigennützige Helfer nicht möglich sein, denen hiermit auch ein HERZLICHES DANKESCHÖN gesagt sei! Am Kuxenberg ebenso wie am Friedensring gab es jeweils eine Moderatoren-Stelle, von wo aus die Bilder kommentiert und so einige Informationen mit weiter an die Zuschauer gegeben wurden. Frau Petra Nitzsche, gebürtige Schreiersgrünerin sowie André Lupprian unterstützten mit ihrer Stimme den Zug, der sich am Ende Richtung Festplatz schob. Dort erwartete man die Besucher zu Kaffee und Kuchen bei strahlendem Sonnenschein!

Gegen 18:00 Uhr fieberte man der angekündigte Prämierung des „schönsten Hauses“ sowie der Verlosung der Festtombola entgegen, welche über alle drei Tage immer dicht umlagert gewesen ist. Ohne die Besucher auf die Folter zu spannen, begann Holger Hennebach, der mit dem Fotograf die Jury bei Ihren Rundgängen durch Schreiersgrün begleitete, und zeigte einige ausgewählte „Bilder“. Nun aber zu den Favoriten. Dazu zählten Familie Dittrich mit ihrem Ausschmücken des gesamten Gartengeländes aber auch Familie Seumel, die die Tradition im eigenen Häuschen wieder erwachen ließ. Aber die Aussage, dass – sinngemäß – Schreiersgrün nun 600 Jahre alt ist und „… und wirst immer schiener“ hat dann doch die Jury überzeugt, dass jenes Bild den ersten Preis, einen Elektro-Rasenmäher verdient hat. Für den zweiten Platz gab es eine Heckenschere und der dritte Platz erhielt einen Rasentrimmer.  Bei den Preisen wurden wir freundlich unterstützt vom Motorland Auerbach.

Nun aber zur Tombola-Verlosung. Alle, die ein Los mit der Nummer zwischen 901 und 1000 in den Händen hielten, hatten die Chance auf einen der sechs Hauptpreise, wie z. B. ein Tablett, ein Handy Samsung Galaxy und ein Schachbrett aus Granit. Weiter gab es ein Wochenende mit einem E-Bike, eine Wireless-Tastatur und ein Vogtland-Grill zu gewinnen. Es hatte sich auf jeden Fall gelohnt, mitzumachen. Herzlichen Glückwunsch von dieser Stelle nochmals an alle Gewinner!

Im Anschluss ließ unser DJ Dennis Weigel aus Lengenfeld die Musik lauter werden und dabei den einen oder anderen Tanzlustigen aufs Parkett steigen. Es dauerte nicht lange, füllte sich auch hier die Tanzfläche bis in den frühen Morgen.

Unterstützend wirkten auch die Feuerwehrleute der benachbarten Wehr aus Reumtengrün mit, die für unsere Besucher in der mitgebrachten Gulaschkanone einen Original-Kesselgulasch zubereiteten. Vielen Dank nochmals für die tolle Spezialität.

Wir möchten es auch keinesfalls  versäumen, der Freiwilligen Feuerwehr Treuen und dem Polizeiposten Treuen für Ihre Unterstützung am Samstag und am Sonntag bei den Umleitungen und Straßensperrungen zum Seifenkistenrennen und beim Umzug DANKE zu sagen. Ebenso bedanken möchten wir uns bei Herrn Dr. Dette und den Mitstreitern des Deutschen Roten Kreuzes für Ihren Bereitschaftseinsatz zum Wohle aller Teilnehmer und Besucher.

Auch ein dickes Lob für`s Durchhalten an unseren Profi-Filmer Denny Pieschel, der die drei Tage immer vor Ort gewesen ist, um ja alles in den „Kasten“ zu bekommen. Denn in Kürze wird es exklusiv eine DVD  mit allen Programmpunkten inkl. der Highlights unserer 600-Jahr-Feier in Bild,  Film und Ton zu erhalten sein. Sie dürfen gespannt sein.

Zusammenfassend kann man nur sagen, dass über die gesamten Festtage eine super-tolle Stimmung herrschte und damit jeden einzelnen Programmpunkt zum Highlight werden ließ. Zudem war natürlich der Wetter-Gott absolut auf unserer Seite, worüber wir alle einfach nur glücklich sind. Wir danken unseren Gästen und hoffen, dass sie sich bei uns in Schreiersgrün wohl gefühlt haben sowie bei allen Helfern, die vor, während und nach dem Fest alles für ein gutes Gelingen getan haben. Und auf keinen Fall möchten wir es versäumen, allen Sponsoren und Unterstützern ebenfalls ein HERZLICHES DANKESCHÖN zu sagen! Es war für uns alle ein Wahnsinns-Erlebnis und freuen uns, dass wir dieses mit VIELEN MENSCHEN teilen durften! (Und sollten wir bei der Aufzählung Jemanden vergessen haben, so ist dies keine Absicht gewesen und wir bitten um Entschuldigung!)

DANKE sagt das Festkomitee und wünscht allen eine gute Zeit!